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First-Level-Support in der Hotline, 1997First-Level-Support in der Hotline, 1997Wertschätze Deine wichtigste Ressource

03.01.2018 | Der Arbeitsmarkt ist disruptiv. Demographischer Wandel, Fachkräftemangel und Digitalisierung machen Angst und werden heftig diskutiert. Verunsicherung macht sich breit und Organisationen geraten in Handlungszwang. Kosteneinsparungen beim Personal sind meist der erste Gedanke.

Ich frage Dich, ist das immer der richtige Weg?

Es gibt eine Methode, mit der Du Dich selbst und Deine Mitarbeiter*innen motivieren und damit produktiver machen kannst. Sie heißt Wertschätzung. Mit Wertschätzung erreichst Du Menschen auf einem emotionalen Weg, der entscheidend für Veränderungen ist.

Eine persönliche Geschichte

Im April 1998 stecke ich seit ganzen acht Jahre in einer Abteilung fest. Mitarbeitergespräche, interne Bewerbungen und andere Veränderungsmöglichkeiten scheitern kläglich. Ich arbeite in einem renommierten Unternehmen der Region, "da kündigt man nicht", sagen alle! Trotz Wir-Gefühls mit den Kollegen sinkt mein Ehrgeiz und mein Selbstwertgefühl von Woche zu Woche. Meine Motivation sinkt in den Keller und entwickelt sich letztlich zu "Dienst nach Vorschrift".

Privat sieht das anders aus. Im vorgenannten achten Jahr bin ich frisch verliebt. Das ist dann ein schöner Gegenpol und das Leben soll ja auch nicht nur auf Arbeit ausgerichtet sein, denke ich mir damals jedenfalls. Doch leider findet das neue Glück ein schreckliches Ende als mein Lebensgefährte bei einem Verkehrsunfall verunglückt.

Schockstarre. Beruflicher Stillstand, privaterer Stillstand! Ich bekomme erst mal gar nichts mehr hin. Ich isoliere mich von meiner Außenwelt. Selbstbestimmt und erzogen zum Durchhalten mache ich alles mit mir alleine aus und das lässt mich fast verzweifeln.

Dann kommt die Wende. Im Rahmen einer Organisationsänderung erhalte ich die Möglichkeit meine Ziele neu zu definieren, denn so soll es nicht weiter gehen!

Im neuen Umfeld wird mir zugehört, meine bereits geleistete Arbeit wird geschätzt und das Unternehmen erarbeitet mit mir gemeinsam meine neuen Aufgaben.

 

Die Transformation

Ich bin entschlossen, diese Chance zu nutzen. Ich entscheide mich intuitiv für einen ganz neuen Bereich, die Informationstechnologie (IT). Dieser Bereich kennt keinen Stillstand - den will ich auch nicht mehr.

Also vollziehe ich den großen Wechsel. Die Zusammenarbeit in den neuen Teams ist durch Wertschätzung geprägt. Kollegiales Feedback bringt uns gemeinsam voran. Ich lerne schnell und erhalte wahre Unterstützung, um meine Ziele zu erreichen.

Wenige Monate später sitze ich im Help Desk (08.09.1998, Foto oben), um 1.400 Kolleginnen bei Computerproblemen zu helfen. Mir zittern die Knie, aber tief in mir drin weiß ich jetzt - ich schaffe das. Ich habe meine Aufgabe gefunden. In den Folgejahren übernehme ich kontinuierlich verantwortungsvollere Projekte und trage so entscheidend zum  Unternehmenserfolg bei.

 

Meine Vision

Nur wenn ich mich anerkannt und respektiert fühle, wenn ich meine Ideen äußern darf, ohne Repressalien oder Ablehnung zu erfahren, wenn meine Talente gewürdigt, eingesetzt und gefördert werden, kann ich all meine Energie, meine intrinsische Motivation einbringen. Diese Zeit war prägend für meinen weiteren Lebensweg. Sie formt meine Vision, eine Unternehmens-Kultur zu erschaffen, in der Menschen ihre Persönlichkeit und Leistungsbereitschaft voll entfalten können.

 

Meine Erkenntnis kann Deine Erkenntnis sein

Meine Berufserfahrung in Projekten zur Organisationsentwicklung und meine eigene persönliche Erfahrung bringen mich deshalb zu folgenden Schlussfolgerungen.:

 

>>Gelebte Wertschätzung führt zum Unternehmenserfolg!

"Ich kam wegen dem Ruf des Unternehmens und ich ging wegen meiner Führungskraft", sagen viele, die den Job wechseln. Der Schlüssel für die Umsetzung von wertschöpfender Führung sind die Führungskräfte und die Haltung, die sie ihrem Team gegenüber an den Tag legen. Ressourcen in "Führung" zu investieren wird sich immer auszahlen. Damit ist sowohl die Zeit von Führungskräften, die sie mit Einzelgesprächen, Teammeetings oder Workshops verbringen als auch das Geld für Maßnahmen zur Reflexion der Führungskultur im Unternehmen gemeint.

Aber nicht das mittlere Management ist für alle Probleme allein verantwortlich zu machen. Die Realität in Organisationen ist komplex. Das mittlere Management wird üblicherweise durch das Top-Management bestimmt. Entweder liegt hier schon der Fehler, dass völlig falsche Führungskräfte ausgewählt wurden (was sicher nur in Ausnahmen der Fall ist), oder das Problem liegt im System. Die Rahmenbedingungen werden maßgeblich durch die Geschäftsleitung bestimmt. Sie lebt das Führungsverhalten vor, sie setzt die Ziele fest, gibt Handlungsspielräume (oder auch nicht) und beeinflusst die Unternehmenskultur in höchstem Maß. Wenn man nur am Verhalten des mittleren Managements arbeitet, jedoch am System nichts verändert, wird sich das Verhalten der Führungskräfte vielleicht kurzfristig verändern, aber - mittel- und langfristig - wird es sich wieder auf dem Ausgangsniveau einpendeln.

 

>>Mitarbeiter danken es dem Unternehmen, wenn sie wertschätzend behandelt werden und zahlen es
    mannigfaltig zurück! Vertrauen ist die Basis.

"Ich kann dem einzelnen Menschen nicht wirklich vertrauen, wenn ich dem Menschen prinzipiell nicht zutraue - und umgekehrt" (Karl-Martin Dietz und Thomas Kracht, Change Manager) Die Basis ist eine positive Haltung den Menschen gegenüber. Daraus kann gegenseitiges Vertrauen entstehen und aufgebaut werden.

Für Steven Covey (US-amerikan. Bestsellerautor von Selbsthilfe-Büchern, heute Hochschullehrer an der Huntsman School of Business der Utah State Universitiy) gibt es unsichtbare Vertrauenskonten, auf die man einzahlt und Vertrauen aufbaut. Abhebungen finden durch Verhaltensweisen statt, die Vertrauen kaputt machen. Leider sind die Einzahlungen meist kleiner und Abhebungen kosten gleich viele Punkte auf dem Vertrauenskonto. Die sogenannte "Ökonomie des Vertrauens" lautet:

  • Niedriges Vertrauen bedeutet sinkende Schnelligkeit und steigende Kosten
  • Großes Vertrauen bedeutet hohe Schnelligkeit und niedrige Kosten

 

>>Toxische Felder sind demotivierende, kränkende und leistungsmindernde Arbeitsumgebungen.

Eine wertschätzende Haltung ist die Grundvoraussetzung zur Vermeidung toxischer Felder. Um dauerhaft Spitzenleistung zu entfalten, ein Klima für Innovationsbereitschaft zu schaffen und intrinsische Motivation zu entwickeln, muss ein nährendes Feld geschaffen werden. Nährende Felder entstehen aus der Haltung und dem daraus resultierenden Verhalten.


>>Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis

Sie ist damit auch ein nicht zu unterschätzender Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und Sicherheit.

Wir wissen aus der Kommunikationsforschung, dass Kommunikation nicht nur einen Sachaspekt, sondern auch einen Beziehungsaspekt hat - und Wertschätzung ist ein zentraler Teil des Beziehungsaspekts. Hinzu kommt, man kommuniziert nicht nur durch Worte, sondern auch durch Handeln oder durch die Unterlassung von Handeln. Vorhandene oder mangelnde Wertschätzung hat also Folgen für Unternehmen und für die Beschäftigten.

 

Zufriedenheit bei der Arbeit entsteht durch...

  • eine Kultur, die von Respekt und Wertschätzung geprägt ist,
  • Sinnhaftigkeit der Unternehmensmission,
  • Möglichkeiten, wertschöpfend für diese Mission zu arbeiten,
  • Wirksamkeit und Erfolg  
  • und dem Erkennen von Bedürfnissen der Menschen.

 

Was ist authentische Wertschätzung?

Es geht also um eine Kultur der Menschlichkeit und Wertschätzung. Doch, was bedeutet Wertschätzung? Man verbindet damit Begriffe wie Lob und gezeigte Anerkennung. Also ganz ausdrückliche Zeichen der Wertschätzung, vor allen dingen nicht zu oft ausgesprochen.

Wenn ich von Wertschätzung spreche, geht die Bedeutung jedoch viel tiefer. Eine Vertrauens- und Wertschätzungs-Kultur in Organisationen bedeutet, dass sich die Mitarbeiter als Menschen gesehen erleben und nicht nur als Rädchen im Getriebe. Es bedeutet, dass respektvoll miteinander umgegangen wird. Nur wenn die psychischen Grundbedürfnisse respektiert und befriedigt werden, entsteht Vertrauen, Loyalität, Engagement und Begeisterung. Ein Unternehmen irrt, wenn es glaubt, allein mit dem gezahlten Lohn könne es die Potenziale seiner Mitarbeiter heben und Höchstleistungen und Innovation bekommen. Dazu gibt es ausreichend Literatur z.B von Reinhard K. Sprenger (Mythos Motivation).

Wertschätzung wird als Konzept in manchen Organisationen aber häufig auch so verstanden, dass alles und jeder wertgeschätzt werden muss und keine konstruktive Kritik denk- und machbar ist. Wenn eine Organisation eine Unternehmensmission und dabei klare Prinzipien der Zusammenarbeit verfolgt, dann sind Handlungsabweichungen wertschätzend, klar und direkt zur Sprache zu bringen. So entsteht einmal mehr die Chance, konstruktives Feedback zu üben und möglicherweise eine unbeabsichtigte Haltung wertschätzend zu betrachten und zu korrigieren. Wir sind alle Menschen und unter Druck und Stress entstehen Fehler.

 

Fakten: Neun von zehn stimmen zu, dass wertschätzende Kulturen die ökonomisch erfolgreicheren Unternehmen sind

Das Menschen in einer wertschätzenden Arbeitsumgebung arbeiten wollen, bestätigt eine Studie von Rochus Mummert (HR-Panel): "Die Frage, ob Firmen mit einer eindeutig wertschätzenden Kultur die ökonomisch erfolgreicheren Unternehmen sind, beantworten neun von zehn Managern mit "ja" (56 Prozent) oder "eher ja" (38 Prozent). Nur 6 Prozent der Befragten sehen keinen Zusammenhang zwischen gutem Betriebsklima und guten Bilanzen." (Stefan Witte, Studienleiter und Partner der Personalberatung Rochus Mummert, 2016). Ich habe viel weitere Beispiele gefunden, z. B. der Gallup Engagement Index, der unter anderem erfasst hat, dass nur 15 von 100 Mitarbeitern sich dem Unternehmen hoch emotional zugehörig fühlen (2017).

Dieses Gefühl, am falschen Platz zu arbeiten, kennen viele Menschen in unserem Land. Gallup hat ebenfalls ermittelt, dass im Jahr 2018 bis zu 103 Mrd. Euro volkswirtschaftlicher Schaden aufgrund "Innerer Kündigung" entstanden ist!

 

Wettbewerbsfähigkeit durch Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung ist demnach ein entscheidender Hebel für Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Eine mangelnde emotionale Bindung an das eigene Unternehmen geht in den allermeisten Fällen auf Defizite in der Personalführung zurück: Aus motivierten Leuten werden Verweigerer, wenn ihre emotionalen Bedürfnisse bei der Arbeit über einen längeren Zeitraum ignoriert werden. Das lässt sich ändern – allerdings meist nicht über Nacht. Denn um substanzielle Verbesserungen zu erzielen, bedarf es eines echten Kulturwandels.

Der Grundpfeiler für die emotionale Bindung an DEIN Unternehmen ist authentische Wertschätzung, die emotional, individuell und präzise gelebt, Menschen zusammenführt, gemeinsam stärkt und damit erfolgreich macht. Denn auch DU möchtest doch wertgeschätzt und respektiert werden!

Die Erarbeitung meiner Potentiale in einem wertschätzenden Umfeld und der damit verbundenen Möglichkeiten die Welt neu zu entdecken prägen mich stark und sind der Motor für mein Denken und Handeln.

 

Wertschätzung kann man üben. Mach mit!

Starte Deine eigene Challenge: Finde in jedem Menschen mindestens eine positive Sache.

Manchmal begegnen wir Menschen, die uns einfach nur unsympathisch sind. Sei es, weil Sie sich nicht so benehmen wie wir es für richtig erachten oder weil sie Dinge aussprechen, die wir niemals sagen würden. Das macht natürlich keine gute Laune. Doch Du kannst diese Energie in etwas Positives zu verwandeln.

Schau genau hin. Ist da etwas, dass Du in diesem Moment anerkennen und wertschätzen kann? Ist die Person besonders gründlich in der Ausführung ihrer Arbeit oder hat sie einfach nur eine schicke Bluse an? Wenn Du es schaffst, wird die negative Energie sofort verfliegen. Das passiert nicht zufällig, sondern es ist eine bewusste Entscheidung, den Fokus auf das Positive zu lenken.

Starte in Deine "Woche der Wertschätzung" und Betrachte die Menschen um Dich herum ganz bewusst. Alle, aber besonders die, die dich nerven, dich ärgern, dir schlicht deine positive Energie rauben. Hol sie dir zurück. Lass Dir durch die Anwesenheit oder das Verhalten anderer nicht Deine Energie nehmen.

Sieh es als freudige Herausforderung: "Mal schauen, was sich positives bei meinem Gegenüber finden lässt."

 

 

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